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Eine abenteuerliche Reise nach Korsika

6. Mai 2013

Frankreich, Frühling, Kosika, Küste, Landschaftsfotografie

Eigentlich hatte ich eine angenehm ruhige Fahrt nach Korsika geplant, auf der möglichst wenig passieren sollte und ich möglichst viele Orchideen fotografieren könnte. Doch es kam natürlich wieder alles anders. Auf der Suche nach Informationen, zeichneten mir viele Leute ein äußerst unfreundliches Bild der Korsen. Vor allem die Franzosen selbst erzählten mir die verrücktesten Geschichten, sodass ich glaubte spätestens am dritten Tage von einem blutrünstigen Korsen mit der Schrotflinte vom Hof gejagt zu werden. Doch wie sich nach drei Wochen rausstellte, waren alle Korsen äußerst freundlich und offen mir gegenüber. Ich bin jedenfalls keinem unfreundlichen oder verrücktem Korsen begegnet. Aber nun der Reihe nach.
Ich kehrte Sonntagnacht von den Norddeutschen Naturfototagen zurück und musste bereits Dienstagabend aufbrechen nach Korsika, da mein Schiff am Mittwochmittag in Italien auslaufen sollte. Die Übernachtfahrt von fast 1000km konnte ich gut hinter mich bringen. Heilfroh erreichte ich das Schiff, das bereits mit Verspätung anlegte. Anstatt der geplanten vier Stunden, brauchte mein Schiff bei heftigem Wellenkang, beinahe drei Stunden länger (es sollte wohlgemerkt nur 4 Stunden fahren) und legte in der Abenddämmerung in Bastia an. Schnell begab ich mich auf die Fahrt in Richtung St. Florant und verbrachte die erste Nacht auf irgendeinem willkürlich ausgesuchten Parkplatz. In den Bergen zwischen Bastia und St-Florant. Man kann schließlich nicht so wählerisch sein, wenn man erst nachts sein Schlafquartier suchen kann.


Eine Küste Korsikas, etwas nach Sonnenuntergang

In den darauffolgenden Tagen und Wochen lernte ich die Korsen, ihr Land, ihr Wetter und ihre Natur kennen. Die Straßen Korsikas sind gerade an der Ostküste teilweise extrem schlecht. Man kommt nur sehr langsam über die stark kurvenreichen Strecken voran. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 50km/h erscheint realistisch. Viele Straßen sind in äußerst schlechtem Zustand und häufig sieht man Straßenteile von kleineren Steinlawinen bedeckt. Auch wenn in jedem Reiseführer steht, dass wildcampen strengsten untersagt sei und davon abgeraten wird, so muss sich dies auf die Hauptsaison beziehen. Ich habe drei Wochen am Stück wild gecampt, in Flüssen und Bächen gebadet und in selbigen meinen Abwasch erledigt, ohne auch nur ein einziges Mal Probleme damit zu haben. An dieser Stelle sei erwähnt, wer wie ich auf Strandduschen gehofft hat, der wird enttäuscht werden, diese sind nicht vorhanden, man muss sich immer entsprechende Gebirgsbäche zum Baden suchen. Das Wetter war während meiner Reise äußerst durchwachsen, zuerst war es so gut, dass ich die ersten 9 Tage glaubte, auf Korsika kann es keine Wolken geben. Ich gab sogar die Landschaftsfotografie tagsüber auf und fotografierte wegen des immer blauen Himmels nur noch nachts. Aber dann kam mit einem Mal der Wetterumschwung, der Mistral setzte ein und es gab unglaublichen Wind und Wolken. Ich dachte nachts, mein VW Bus müsste bald von der Klippe fliegen. Die Wellen auf dem Meer wurden immer größer, bis schließlich sogar der Fährverkehr zum erlahmen kam. Daraufhin suchte ich Schutz in den Bergen, in der Hoffnung, dort sei es nicht so windig. Das bewahrheitete sich auch, allerdings wurde ich in derselben Nacht eingeschneit bei Temperaturen von bis zu – 3 Grad Celsius. Ich hielt es nicht für möglich, Ende April Neuschnee auf Korsika? Naja, vom Wetter war nun im Endeffekt wirklich alles dabei von -3 Grad bis +30 Grad, von Sonne über Regen bis Schnee. Es ist also nicht nur die Landschaft unglaublich abwechslungsreich auf Korsika, sondern auch das Wetter.
Die Landschaft ist sehr vielseitig . Auf der einen Seite die Küstenregionen mit Sandstränden, dann wieder Stein- und Steilküstenabschnitte, die nicht begehbar sind und auf einmal Kreideküste. Auf der anderen Seite Berge wohin das Auge reicht. Da gibt es bewaldete Hügel, schroffe Berggipfel und Bergketten, die noch bin in den Juni von Schnee bedeckt sein können und verschiedene andere Fels und Gebirgsformationen. Die Vegetation im April auf Korsika ist ein Traum, es blüht einfach alles, unglaublich viele Arten, von Krokussen über Buschwindröschen bis hin zu Lavendel und Orchideen ist alles dabei. Das beste Beispiel für die Orchideenvielfalt fand ich auf dem Fußballplatz von Pina. Der selten bespielte Platz bot gleich 4 verschiedenen Orchideen Arten einen Lebensraum. Auch die Vogelwelt Korsikas ist recht vielseitig, auch wenn es kaum Arten gibt, die man nicht auch auf dem Festland finden würde. Nur der endemische Korsikakleiber ist ausschließlich hier zu finden. Andere Arten, wie den Fischadler, Steinadler, Turmfalke, Rotmilan, Rothuhn, Wiedehopf, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen, Eichelhäher, Flussregenpfeifer, Stelzenläufer und den Stieglitz findet man auch in Mitteleuropa.
Mehr Informationen, Fotos und Geschichten zu verschiedenen Teilen Korsikas, die mich am stärksten beeindruckt haben, findet ihr in den folgenden Blogeinträgen.


Unglaubliche Wiesen, voller Orchideen, kann man auf Korsika finden


Doch auch die Welt der Farben und Formen ist äußerst spannend (4-fach Belichtung)

 

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